Vor 40 Jahren, an Weihnachten 1985, wurde der Fernseh-Mehrteiler »Sachsens Glanz und Preußens Gloria« erstmals ausgestrahlt. Es war die aufwendigste Filmproduktion der DDR. Weniger bekannt ist die polnische Filmproduktion »Gräfin Cosel« (1960) von Jerzy Antczak. Dies wiederum war die bis dahin kostengünstigste Produktion der polnischen Kinematografie.

Den Stoff lieferte die »Sachsen-Trilogie« des polnischen Schriftstellers und Journalisten Józef Ignacy Kraszewski. Kraszewski war etwa 100 Jahre zuvor, 1863, nach Dresden gekommen. Er lebte hier 22 Jahre lang im Exil. In seinen Romanen »Gräfin Cosel«, »Brühl« und »Aus dem Siebenjährigen Krieg« schildert er die sächsisch-polnische Geschichte und ihre Akteure – als Autor und Historiker, als Pole und Bewohner Dresdens.
Die Romane spielen in der »Sachsenzeit«: Von 1697 bis 1763 wurden das Kurfürstentum Sachsen und das Königreich Polen in Personalunion von August II. und dann von seinem Sohn August III. regiert. Die Ausstellung stellt legendär gewordene Persönlichkeiten wie August den Starken, die Gräfin Cosel und Heinrich Graf von Brühl vor und gibt Einblicke in das barocke höfische Leben mit seiner Festkultur.
Regisseur Hans-Joachim Kasprzik und Drehbuchautor Albrecht Börner befassten sich ab den 1970er Jahren mit dem Stoff, den Romanen und mit der augusteischen Zeit. Der Erfolg von „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“ gab ihnen recht, daraus einen Film zu machen, inmitten eines völlig anderen politischen Systems.
»Wir begeben uns auf eine Zeitreise durch 300 Jahre Geschichte sowie Literatur- und Filmgeschichte. Die Ausstellung vermittelt Einblicke in die Entstehung der Bücher und Filme und zeigt, welche unterschiedlichen Perspektiven sie einnehmen. Besucherinnen und Besucher entdecken dabei, wie jede Epoche Geschichte neu erzählt – und wie sich unser Blick auf die Vergangenheit immer wieder verändert.«
Die Sächsisch-Polnische Union wurde aus polnischer und aus deutscher Sicht und zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich bewertet. Die Herrschaft der Wettiner prägte die Länder und die Höfe in Dresden und Warschau.
Die Ausstellung betrachtet die historische Zeit der Sächsisch-polnischen Union und folgt den historischen Etappen auf polnischem und deutschem Gebiet. Sie stellt die Protagonistinnen und Protagonisten in Geschichte, Roman und Film vor. Einen genauen Blick richtet sie auf Kraszewskis Romanvorlagen sowie die Hintergründe und die Entstehung der Filmproduktionen. Wie entstanden die Filme? Wie sah und beurteilte der polnische Schriftsteller Kraszewski August den Starken und den sächsisch-polnischen Hof? Und wie gestaltete sich das Leben am polnischen Hof, den die Wettiner von 1697 bis 1763 regierten?
In der Ausstellung sind zahlreiche Leihgaben aus sächsischen und polnischen Sammlungen zu sehen, darunter Gemälde, Grafiken, originale Filmkostüme sowie Medaillen, Plakate und Ausgaben der Bücher Kraszewskis und weiteren sächsischen Romanschriftstellern aus dem 19. Jahrhundert.
über die Ausstellung im MDR
Termine zur Ausstellung

Mit Glanz und Gloria.
Von J. I. Kraszewskis Sachsen-Trilogie zur Film-Geschichte
- Mit Lutz Reike, Museen der Stadt Dresden
- Museumseintritt zzgl. Führungsgebühr